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Justizvollzugsanstalt Oslebshausen

Das Knastwerk

Leckere Soßen, praktische Grills und kreative Taschen: die Produkte der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bremen

Die JVA Bremen ist nicht nur ein Gefängnis, sondern auch eine Produktionsstätte für leckere Soßen und weitere Produkte, die von Oslebshausen aus vertrieben werden. Darüber hinaus versorgen die Inhaftierten die Mitarbeiter der Einrichtung täglich mit selbstgekochtem Mittagessen im eigenen Bistro. Da das Bistro jedoch nicht für private oder externe Personen zugänglich ist, entschieden die Verantwortlichen der JVA Bremen im Rahmen einer Fernsehproduktion vor vier Jahren, ein Produkt zu entwickeln, das auch draußen verkauft werden kann. Ihre Wahl fiel auf ein würziges Mango-Chutney, das unter anderem aus Mango, Zwiebel, Zucker, Orange, Apfel, Ingwer, Chili, Knoblauch, Zimt, Anis, Senf und Koriander besteht sowie auf eine kräftige Tomaten-Salsa, die Tomaten, Zwiebeln, Orangen, Olivenöl, Honig, Salz, Curry, Tomatenmark, Chili, Knoblauch und Pfeffer enthält. Die Entwicklung dieser beiden Produkte geht auf eine Kooperation mit einem bekannten TV-Koch zurück. Seitdem wurden mehr als 25.000 Gläser verkauft.

Neues Apfel-Orangen-Chutney kommt gut an

Seit Oktober vergangenen Jahres stellen die Insassen der JVA Bremen ein weiteres Produkt her, das sie eigens entwickelt haben: Apfel-Orangen-Chutney, eine fruchtige Würzsoße, mit der Fisch, Fleisch und Gemüsegerichte verfeinert werden können und die den Gerichten einen intensiven fruchtigen Geschmack verleihen soll. Die ersten Gläser der aus Äpfeln, Orangen Zwiebel, Zucker, Ingwer, Zitronen, Knoblauch, Senf bestehenden Soße wurden bereits auf der „Fisch & Feines“-Messe 2016 verkauft – mit Erfolg: „Die neue Soße ist dort sehr gut angekommen“, sagt Bastian Nitzschke, Referent für Produktion und Versorgung in der JVA Bremen. Ein Teil des Gemüses, das für die Herstellung der Soßen verwendet wird, stammt aus der Zusammenarbeit mit der ehemaligen JVA Blockland, die dort eigene Beete anbaut. Die Soßen werden über diverse Händler sowie im Internet und im eigenen Gefängnisladen „Knastwerk No. 1“ verkauft. Damit die Soßen mit dem passenden Fleisch oder Fisch gleich ausgetestet werden können, stellt die Schlosserei der Justizvollzugsanstalt auch Garten-Kohle-Grills in Handarbeit her. Die schwarz-lackierten oder verzinkten Grills können in drei Höhen verstellt werden und sind in drei verschiedenen Rostgrößen erhältlich.

Taschen aus alten Filmplakaten

Neben den kulinarischen Köstlichkeiten werden in der Justizvollzugsanstalt aus robusten Film-Bannern Taschen geschneidert. Rund einen Tag dauert es, bis aus dem einstigen Blockbuster-Plakat in aufwändiger Handarbeit eine bunte Umhängetasche entsteht. Bevor es für die Insassen an den Zuschnitt und das Zusammennähen des Materials geht, werden sie von zwei Fachkräften aus der Näherei angelernt und alle wichtigen Schritte einmal durchgegangen. Die Taschen mit den Stargesichtern und Filmtiteln sind ebenfalls über den Knastshop, die Internetseite sowie beispielsweise über den Airport Shop am Flughafen erhältlich.

Zwei Insassen an Fernsehkoch vermittelt

Von der Teilnahme an dem Projekt „Soziale Manufakturen“ wünscht sich Bastian Nitzschke, dass mehr Menschen von den kreativen und leckeren Produkten erfahren, die in der JVA Bremen hergestellt werden. Auch für das Selbstwertgefühl und den weiteren Werdegang der Inhaftierten spiele die Herstellung der Handarbeitsprodukte eine große Rolle, wie Nitzschke erklärt. „Wir leisten damit einen großen Anteil an Resozialisierung. Die Insassen können stolz sein, dass sie etwas für den Markt draußen produzieren.“ Die Freude über ein fertiges Produkt sei jedes Mal groß. „Zudem lernen sie Fähigkeiten, die sie nach ihrer Inhaftierung draußen anwenden können.“ So sind mittlerweile zwei ehemalige Inhaftierte für eine Ausbildung an den Fernsehkoch vermittelt wurden, mit dem die Einrichtung die Soßen entwickelte. Nitzschke: „Das bringt Perspektiven mit sich.“

Weitere Infos:  www.jva.bremen.de